Pressespiegel
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>> Artikel "Der Kuhstall als Klassenzimmer (PDF 320 KB)
Schwäbische Zeitung Bad Saulgau/Altshausen
Grund- und Hauptschule Ostrach
Früh übt sich, wer Bauer werden will
Ostrach - Eine gute Ernte haben sie eingefahren, die Schüler der sechsten Klasse der
Grund- und Hauptschule Ostrach. Auf dem Wochenmarkt boten sie ihre Produkte an, für die sie
vom Frühjahr bis zur Erntezeit geschuftet hatten.
Die Familie Halder auf dem Maienbühlhof nahm sich auch diese Jahr wieder der Schüler an, die
gerne einmal selbst erleben wollten, wo unsere Nahrungsmittel ursprünglich eigentlich herkommen.
Lila Kühe fanden sie indes nicht auf Halders Hof, dafür aber ein kleines Acker-grundstück, auf
dem sie neben Kartoffeln auch Gemüse anpflanzten. Schon von weitem war ihr Feld durch blühende
Sonnenblumen sichtbar. Den ganzen Sommer über hackten und jäteten sie. Das Unkraut machte ihnen
dabei am meisten zu schaffen. Die Schüler erlebten das Wachsen und Gedeihen ihrer Früchte, und
nach der Arbeit gingen sie auf Entdeckungsreise auf dem Bauernhof. Jeder Tag brachte neue
Eindrücke.
Ein kleines, unbebaubares Grundstück hatte die Gemeinde Ostrach den Schülern überlassen. Dort
erlebten sie, so erzählt ihr Klassenlehrer, allerdings ihr blaues Wunder: Die Kartoffeln, die
sie dort gepflanzt hatten, entwickelten sich zunächst hoffnungsvoll.
Die Enttäuschung war groß, als die Kartoffeln im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr so recht
wachsen wollten und plötzlich braune Blätter bekamen. Sie waren nämlich von der Krautfäule,
einer Pilzkrankheit, befallen. Spätestens jetzt wurde Schülern und Lehrer klar, welche Probleme
die Bauern oft mit der Natur haben. Ein wenig Düngung und Pflanzenschutz hätten sicher ganz gut
getan!
Der Job "Landwirt" will also gelernt sein und ist mehr als ein Feierabendhobby. Mit dieser
Erkenntnis schloss die sechste Klasse eine erlebnisreiche Zeit ab.
Schwäbische Zeitung, Bodenseekreis, 3. Mai 2002
Ludwig-Dürr-Schule Friedrichshafen
33 Kinder zu Besuch bei Schäfer Höfel
Friedrichshafen - 33 Kinder der Ludwig-Dürr-Schule verbringen gerade zwei Tage auf der
Schwäbischen Alb in der Schäferei von Harald Höfel.
Mit großen Augen beobachten sie, wie die Herde dem Schäfer und seinem Hund auf`s Wort folgt.
Ein Pfiff genügt und 750 Schafe laufen in dieselbe Richtung. Die Kinder kennen den Schäfer
schon seit Februar, als er auf seiner "Reise" zum Bodensee in Friedrichshafen Station machte.
Jedes Jahr startet er am Niklaustag in Heinstetten und zieht mit seiner Herde dem Bodensee
entgegen. So kann er dem rauen Winter auf der Schwäbischen Alb entfliehen und seine Herde
findet am warmen Bodensee noch genügend Gras. Im Unterricht haben die Kinder mit ihren
Lehrerinnen Bärbel Dorsch, Sieglinde Fix und Heidrun Ruopp schon vieles über die Schafzucht
erfahren.
Nun freuen sie sich, dass sie während zweier Projekttage die Schäferei hautnah erleben können.
Sie sehen, wie ein Schaf gepflegt, geschoren und gemolken wird. Am Abend dürfen sie vom
Schafskäse und Schafsjoghurt naschen, bevor sie müde ins Bett fallen und heute an den See
zurückkehren.
Der Badische Winzer
Weinbau-Unterricht zum Anfassen
Die Haupt- und Werkrealschule in Vogtsburg - Oberrotweil startete im vergangenen Jahr ein
"Weinprojekt". Die Initiative kam aus dem Ortschaftsrat Oberrotweil, in dem fünf Winzermeister
vertreten sind. Sie waren der Meinung, dass in der größten Weinbaugemeinde von Baden-Württemberg
der Beruf des Winzers schon früh bekannt werden sollte. Der Rektor der Haupt- und Realschule,
Sebastian Ruf, war sofort begeistert. Seine Kollegin Maria Arnold, ebenfalls von der Idee angetan,
bot sich spontan als Projektleiterin an.
Auf Vorschlag des Oberrotweiler Ortschaftsrates erwarb die Gemeinde ein Rebgrundstück, das in
unmittelbarer Nähe der Schule liegt. Die Winzermeister übernahmen die Vorbereitungen zur
Pflanzaktion der Jungreben. Der BLHV - Ortsverein Oberrotweil kaufte 150 junge Rebpflanzen,
die nun in einer Pflanzaktion der Schule gesetzt wurden. Die Schülerinnen und Schüler der siebten
Klasse übernahmen das Setzen der 75 Weißburgunder-Reben. Die Winzermeister erklärten genau,
worauf es ankommt und zeigten den Setzvorgang. Sie gingen auch auf die Pfropfrebenherstellung
ein. Dieser "Winzermeisterunterricht" bei strahlendem Son-nenschein im Weinberg wurde zu einem
großen Erlebnis für die Schülerinnen und Schüler. Sie verfolgten auch die Erklärungen mit viel
Aufmerksamkeit. Im Unterricht soll dann alles nachgearbeitet werden. Auch die übrigen
Weinbergarbeiten, die noch folgen, wurden besprochen.
Tatkräftige Unterstützung bei dem
Weinprojekt leisten: Ortsvorsteher und Winzermeister Arno Landerer, der BLHV - Vizepräsident
Werner Räpple, der zugleich Bürgermeister-Stellvertreter von Vogtsburg ist, der Vorsitzende
des Winzerkreises Oberrotweil und stellvertretende Ortsvorsteher Karlheinz Schneider,
Ortschafts- und Gemeinderat Werner Bitzenhofer, der als BLHV - Ortsvorsitzender für die
Beschaffung der Jungreben verantwortlich war, Wolf-Dieter Salwey vom Weingut Salwey als
ständiger Bewirtschaftungshelfer des Weinprojektes und der Vorsitzende des Oberrotweiler
Winzervereins, Gernot Weisenhorn. Rektor Sebastian Ruf dankte allen für die große Unterstützung.
Zum Abschluss wurden Traubensaft für die Schüler und Sekt und Wein für die Erwachsenen gereicht,
denn diese einmalige Aktion sollte feierlich gebührend gefeiert werden.
BBZ - Badische Bauernzeitung Nr. 21, 27. Mai 2000
Wo kommt eigentlich die Milch her?
Im Rahmen des Projektes "Schüler & Lehrer auf die Bauernhöfe" besuchten 38 Schüler des
Otto-Hahn-Gymnasiums Furtwangen des Hinterbauernhof von Familie Roman und Martina Braun in
Linach bei Furtwangen.
Bevor zum Bauernhof der Familie Braun gestartet wurde, hatte Walter Maier vom Landwirtschaftsamt
Donaueschingen den Zwölfklässlern eine theoretische Einführung zum Thema "Landwirtschaft zwischen
Ökologie und Ökonomie" gegeben. Martina und Roman Braun stellten dann vor Ort den Alltag auf dem
Biolandbetrieb mit 36 Milchkühen vor und erklärten die Produktion und Kontrolle von Milch.
Seit Anfang des Jahres 2000 liefert der Hinterbauernhof mit einigen anderen Höfen im Linacher
Tal Biomilch an die Breisgaumilch Freiburg. Qualität statt Quantität ist die Devise des Betriebes,
denn, so Renate Braun: "Wohin wollen wir denn hier im Linacher Tal noch wachsen?"
Die Nachfrage nach der Breisgau-Biomilch steigt stetig. Seit Sommer 1999 wird auch Biojoghurt
hergestellt. 10 Pfennig mehr bezahlt der Verbraucher im Laden für den Biojoghurt im Vergleich
zum herkömmlichen Joghurt. Die Biomilch-Aktion wird von den konventionell produzierenden Bauern
kritisch betrachtet, denn der Grünlandbetrieb an sich, zumal an den Hängen des Schwarzwaldes,
ist ja ohnehin eine nachhaltige und schonende Wirtschaftsweise. Einen Unterschied erklärt Martina
Braun: "Wir füttern kein konventionelles Kraftfutter, sondern Biogetreide und sorgen hiermit für
mehr Herkunfts- und Qualitätssicherheit". Die Schlepper der Familie Braun werden mit Biodiesel
betankt. Dieser Kraftstoff ist rußfrei, hat 78 Prozent weniger Schwefelgehalt und einen um drei
bis vier Prozent geringeren Verbrauch im Vergleich zum normalen Kraftstoff.
Als die Schüler den Kaufpreis eines neuwertigen Schleppers hören, geht ein großes Raunen durch
die Gruppe. 80.000 DM für den landwirtschaftlichen Schlepper und 120.000 DM für den auf den Wald
ausgerichteten Forstschlepper ..." und das bei den paar Pfennig für de Liter Milch?", fragt ein
Schüler. "Diese größeren Investitionen müssen wir mit den Einnahmen aus dem Wald abdecken",
erläutern die Eheleute Braun. Zum Abschluss testeten die Schüler den Joghurt und schmunzeln,
als die Brauns meinen: "Wenn ihr jetzt alle nur noch Breisgau-Milchprodukte kauft, hat sich
unsere Aktion ja schon gelohnt!"
Badische Zeitung, 11.07.1995
17 Grundschüler verbringen Projekttag "rund um die Kartoffel" in Forchheim
Der Lockruf der Pommes
Dem Lockruf der Pommes frites folgte eine Schülergruppe am Dienstag nach Forchheim.
Dort bekamen die 17 Grundschüler aus Endingen, Amoltern und Forchheim der Kinder allerliebste
Speise samt Unmengen von Ketchup serviert. Für die Erst- bis Vierklässler drehte sich an diesem
Projekttag alles rund um die Kartoffel. Vor dem Ess-Vergnügen stand die Arbeit. Die Kinder hatten
mit Landwirt Martin Schwärzle am Morgen die Knollen geerntet.
Die Schüler erwartet ein lehrreicher und auch anstrengender Tag. Martin Schwärzle bringt viel
Zeit und Geduld mit, erklärt alles über die Kartoffel, deren Anbau und Ernte. Vor den Augen der
Jüngstlandwirte wird draußen auf dem Acker eine Reihe gerodet und dann aufgelesen. Auch über
Krankheiten der Pflanze informiert Schwärzle seine kleinen Kartoffel-Fans, die auch den einst
aus Amerika eingeschleppten Kartoffelkäfer sichten.
Das Rackern auf dem Acker stecken die Schüler locker weg. Gemeinsam mit Lehrerin Rita
Dircks-Mößner besuchen sie danach das Forchheimer Heimatmuseum, wo sie viel über alte
Arbeitsmethoden und -geräte erfahren. Dann aber ist der große Augenblick gekommen: Zurück
auf dem Hof der Schwärzles in der Kronenstraße steigt den Grundschülern der unverwechselbare
Pommes-Duft in die Nase. "Bei uns kommen die Pommes aus der Tiefkühltruhe", meint eines der
Kinder. Anders bei Oma Schwärzle. Sie serviert die leckeren Kartoffelstäbchen ganz frisch:
Eben noch auf dem Acker im Boden, jetzt schon auf dem Teller im Ketchup. Den Schülern schmeckt
es bestens. Achtmal wird der Hungrigste am Ende nachgeschöpft haben.
Solche Szenen schätzt der Bund Badischer Landjugend sehr. Es gibt ein eigenes Projekt "Schule
und Landwirtschaft", das den Schülern aller Altersstufen die Möglichkeit bieten soll, einmal
live und vor Ort Landluft zu schnuppern. Über die "offenen Höfe" können die kontroverse
Diskussion über die Landwirtschaft objektiver werden. Die Landjugend hat eine Liste von Höfen
erstellt, die sich den Schulen öffnen. Das Landwirtschaftsamt hat sogar für eine Modellphase
ein Budget zur Verfügung gestellt, über das den Landwirten deren Mühen ausgeglichen werden.
Der Unterricht auf dem Bauernhof erfreut sich zunehmender Beliebtheit, sagt Jürgen Meyer vom Bund
Badischer Landjugend, der an diesem Tag auf den "offenen Hof" von Martin Schwärzle gekommen ist.
Auch Meyer staunt über die Begeisterung, mit der die Kinder ans Werk gehen. Dichtgedrängt stehen
sie mit Landwirt Schwärzle an der Sortieranlage und helfen dann mit, die Kartoffeln in Säcke
abzupacken.
Die Schwärzles mit ihren vier Hektar Anbaufläche liefern ausschließlich an den Endverbraucher.
"Das bringt eine Menge Arbeit", sagt Christa Schwärzle, die an diesem Dienstag den ganzen Morgen
auf dem Wochenmarkt in Lahr gestanden hat. In der kühlen Scheune schaut sie nun den emsigen
kleinen Helfern zu, die konzentriert am Förderband stehen. Zum Schluss des Projekttages dürfen
alle Schüler als Dank für die Mitarbeit ein Säckchen Kartoffeln mit nach Hause nehmen.
Bis der Bus zurück nach Endingen fährt, sind noch ein paar Minuten Zeit. Manch einen zieht es
noch einmal in die Küche. Dort wird der Nachschlag serviert. Forchheim, Kartoffeln, Pommes und
kein Ende.
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